Kurz, ganz kurz freute man sich beim FC Kilia über das Pokallos VfB Lübeck. Möglicherweise. Relativ rasch ging es dann aber nur noch um das tatsächliche oder vermeintliche Sicherheitsproblem, das mit einem Lübecker Auftritt in Kiel verbunden sein könnte. Über Wochen wurde insbesondere deshalb kein Austragungstermin gefunden.
Ein vermeintlich umfassendes und ausgeklügeltes Sicherheitskonzept mit einem durch Bauzäune abgesicherten Mini-Gästeblock mit lediglich 200 Stehplätzen und einer Beschränkung des Kartenverkaufs auf den Presale direkt am Sportplatz lässt das erhoffte Fußballhighlight schließlich für alle Beteiligten, aber insbesondere für den gastgebenden FC Kilia eher zu einem Ärgernis werden. Zudem sind die genannten Maßnahmen total überflüssig. Dass Holstein Kiel und der HSV parallel in anderen Regionen Deutschlands agieren, ist die beste Prophylaxe gegen die befürchtete Fußballrandale. Klar, ein paar Assis sind wie immer am Start, wenn der VfB spielt. Diese finden in den benannten Bauzäunen heute aber ihren Hauptgegner, der sich wie zu erwarten als wenig standfest erweist und bei entsprechender Kraftanstrengung innerhalb weniger Sekunden darniederliegt – wie sich bei den Lübecker Torerfolgen und unmittelbar nach Abpfiff zeigt. Darüber hinaus passiert natürlich… nix.
Das Spiel als solches ist schnell erzählt. Vor den knapp 600 Zuschauern entwickelt sich ein offenes Spiel, in dem ein Klassenunterschied nicht zu erkennen ist. Obwohl Kilia alles andere als gut in die Oberligasaison gestartet ist, agiert das Team gegen den VfB mindestens auf Augenhöhe. Dass die Lübecker mit einer 1:0 Führung in die Pause gehen, ist ihrer Effektivität geschuldet. Aus nur zwei vernünftigen Angriffen entsteht ein Tor. Nach dem Wechsel plätschert das Spiel dahin. Nach dem Lübecker 2:0 hält Kilia aber fortgesetzt dagegen, generiert 1,2 richtig gute Chancen und kann folgerichtig den Anschlusstreffer erzielen. Die Entscheidung fällt dann knapp 10 Minuten vor dem Ende nach einer feinen Einzelleistung des Lübecker Kapitäns.
Während bei Kilia heute wie überhaupt immer mit Ausnahme des exaltierten Stadionsprechers alles sehr ruhig und sachlich abläuft, ist von Lübecker Seite an diesem Tag im Übrigen auch quasi kein Support auszumachen: Torjubel, 3-4 x „Wir hassen Holstein Kiel!“, 1-2x Schalalala – das isses.
Mit dem Abpfiff fällt dann der Lübecker Zaun, ein Polizeitrupp stürmt übers Feld gen VfB-Fanblock, die Marzipankicker winken kurz in ihre Kurve – und vorbei ist der ganze Spuk!
Kilia kann sich jetzt wieder auf die Oberligasaison konzentrieren und muss dort erst einmal wieder in Tritt kommen, der VfB Lübeck hingegen entwickelt sich bei Leistungen wie am heutigen Tag mit ziemlicher Sicherheit nicht nur in Richtung „Graue Maus“ der Regionalliga Nord, er wird in seiner eigenen Stadt in sportlicher Hinsicht auch fortgesetzt nur noch die Nummer 2 sein. In Lübeck nur Phönix!




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