Aufs falsche Pferd gesetzt

Einen Tag hatte ich mir für Fußball freigeschaufelt an diesem Wochenende. Die Motivation weiter Reisen war hierfür vor dem Hintergrund erheblicher Urlaubsreife vor der letzten Arbeitswoche eher gering, sodass letztlich zwei Möglichkeiten in Betracht gezogen wurden. Die eine: Altona versus Meppen. Die andere: Der erste Heimauftritt der KSV Holstein gegen Bielefeld. Und siehe da: Der geringere Aufwand gewinnt. Auf also gen Veloroute 10, die mich in siebzehn Minuten aus Hassee zum Holsteiner führt und rein in die gute Stube.
Ein bisschen Kirmesballaballa, „Keine andere Stadt…“ und „Kiel Ahoi!“ später geht´s dann los.
Ich bin ja kein Holstein-Experte, dennoch wundere ich mich über eine Aufstellung, die einen eher reaktiven Ansatz verspricht und hält. Die KSV spielt eine sehr passive erste Halbzeit, das Dargebotene ist ganz schwere Kost. Die Arminia aus Bielefeld surft ihrerseits gerade auf der Welle des Erfolgs und lässt sich nicht zweimal bitten. Ohne zu brillieren gibt der Gast den Takt vor. Die Bielefelder Halbzeitführung ist hochverdient.
Und während ich mich innerlich noch ärgere, bei der Spielauswahl aufs falsche Pferd gesetzt zu haben – am Vortag gab´s zwischen Altona und Meppen ein legendäres 4:4! – beginnt auch schon der zweite Durchgang. Holstein ist nun nach drei Umstellungen deutlich offensiver ausgerichtet und erzielt nach nicht einmal einer Minute bereits ein Tor, das jedoch abseitsbedingt nicht zählt. Auch im Anschluss ist bei allen Längen und der ein oder anderen umständlichen Aktion deutlich mehr Musik drin. Es geht hier und da mal schnell, es gibt einige Chancen, es ist Engagement und Wille zu spüren.
Am Endergebnis ändert sich gleichwohl nichts mehr. Spoiler: Das wird eine schwere Saison für die KSV!

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