Eher spontan hatte sich die Möglichkeit ergeben, dem Auswärtsspiel des FCSP umme Ecke im Holsteiner beizuwohnen. Da sich für den Abend zudem noch das Team Scheisse in der Kieler Pumpe angekündigt hatte, war der Plan klar: Zeitreise! Ein Wochenende wie es vor ca. 20,25 Jahren regelmäßig ablief: St. Pauli und Punkrock! So nämlich!
In sowohl in Sachen Fußball als auch Punk geschulter Begleitung geht es dann also an diesem wunderbaren Frühlingstag mit den Gravelbikes via Veloroute zum Auswärtsspiel nach Projensdorf. Unsere Karten haben ihre Gültigkeit für den Block L, der bis vor wenigen Monaten noch der Gästeblock war, nun aber direkt neben diesem liegt. Das Publikum hier ist bunt gemischt bis eher St.Pauli-affin, auf jeden Fall entspannt.
Und sonst so? Voll ist es in der beinahe sympathisch zusammengebastelten Bruchbude. Ausverkauft, klar!
Während rum um den Spielbeginn und auch allgemein die Musikauswahl im Holsteinstadion für ein Bundesligastadion einmal mehr recht erträglich ist, ist der ewig stillos-nervige Jahrmarktschreier am Kieler Stadionmikro kaum auszuhalten. Egal, mit Spielbeginn performt dann eh insbesondere der Gästeblock. „Immer mit dabei…“ stimmt in meinem Fall zwar nicht, ist aber der Gassenhauer des Tages.
Das Spiel selbst ist alles andere als ein solcher. St. Pauli ist zunächst überlegen, aber das Gegenteil von zwingend. Holstein geht mit der allerersten Offensivaktion dann direkt in Führung, St. Pauli wehrt sich zunächst eher zahnlos. Ein kapitaler Aussetzer des Holstein-Keepers ermöglicht jedoch den Ausgleich, bevor kurz vor der Pause die Kieler ihre beste Phase haben und tatsächlich mehrere Großchancen kreieren, jedoch ungenutzt lassen.
Das Remis zur Pause ist leistungsgerecht. Die Leistung der Kiezkicker ist jedoch kaum in Einklang zu bringen mit der Performance vom Vorwochenende.
Nach dem Wechsel lassen die Braun-Weißen zumindest nichts mehr zu. Holstein bringt es in der zweiten Halbzeit zu keiner einzigen Torchance, der FC St. Pauli immerhin zu ca. drei bis vier. Und in der Nachspielzeit fällt dann tatsächlich der Siegtreffer – passenderweise per Kieler Eigentor. Egal, Abriss! Und: „Immer mit dabei…“
Bis auf ein paar ganz wenige Kieler „Scheiß-St. Pauli“-Vollpfosten war´s übrigens auch insgesamt wieder ganz nett am Holsteiner. Ganz unsympathisch ist mir als Kieler der Verein ja eh nicht, ich komme gerne wieder.
Nach einer kleinen Stärkung endet der Tag dann in der Kieler Pumpe. Ohrwurm hier: „Ich bin ein fucking Schmetterling. Flatter, flatter, flatter!“



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