Authentischer FC 93?

Der Frühling ist da. Und mit ihm die Lust auf einen Fußball- und Kulturausflug. Heute wage ich mich für einen solchen in die Hansestadt Hamburg bzw. ins dieser einst vorgelagerte Altona. Nach Süddänemark quasi. Zunächst ins Altonaer Museum. Und dann: Zur Adolf-Jäger-Kampfbahn, dieses beinahe schon überhypte El Dorado der Groundhopperszene. Lang ist diese für all jene kein Geheimtipp mehr, die auf der Suche nach dem ursprünglichen Kick sind. Und jetzt mal unabhängig von der leicht „sanktpauliesken“ Frage, was hier noch real ist und was Kult: Bei Altona 93 passt schon vieles! Ein politisch stabiler Stadtteilverein für Familien, Jugend und… Hunde. Ja, auch die sieht man an diesem Nachmittag im Stadion! Auf dem Zeckenhügel sind sie geduldet. Dazu gibt´s viel alternativen Chic, ein bisschen Punkrock am Vereinsheim, hier und da ein wenig Oldschool-Support und auch sonst die ein oder andere – jedoch als solche durchaus auch gepflegte – Ursprünglichkeit! Was an diesem Nachmittag hingegen fehlt: Ansehnlicher Fußball! Eigentlich versprach das Duell zwischen den Altonesen, die immerhin Tabellenführer der Hamburger Oberliga und zudem aufstiegswillens sind, und dem mexikanisch-uhlenhorsterischen Verfolger mit dem lustigen Vereinsnamen ja ein Spitzenspiel. Tatsächlich ist es grausig, was den knapp 2000 Zusehern geboten wird. Und die Paloma-Boys sind dabei sogar noch die etwas Besseren. Dass es nach 90 Minuten beim torlosen Remis bleibt, ist für Altona 93 so schlecht vielleicht gar nicht. Auch wenn der Meistertitel noch nicht in trockenen Tüchern ist, so ist der Vorsprung vor den anderen aufstiegsbereiten Teams doch immens. Fraglich erscheint nur, wie eine Leistung wie die heutige mit den Aufstiegsplänen in Einklang zu bringen ist. Eigentlich aber gehört dieser Verein in die Regionalliga! Die Daumen sind gedrückt! Uh-Ah-Altona!

Hinterlasse einen Kommentar