Zum Abschluss der Schulferien sollte noch ein Kurzbesuch in Berlin, diesem Moloch von einer Stadt, anstehen. Ankunft: Freitagnachmittag. Samstag dann volles Programm mit Familie, Computerspielemuseum, Zoo, diesdas und natürlich dem Auswärtssieg des FC in der Betonschüssel von anno nazimal. Soweit der Plan.
Der Tag verläuft weitestgehend wie angedacht. Berlin ist halt immer irgendwie anstrengend. Keine Ahnung, als junger Mensch fand ich den Vibe der Stadt anziehend und habe hier gerne gelebt. Mittlerweile hat die Vorstellung einer erneuten Wohnsitznahme in der Hauptstadt eher Alptraumcharakter.
Wie auch immer: Nach dem gutbürgerlichen Abendessen ist vor dem Spiel.
Vor dem Olympiastadion herrscht Chaos. Das Einlassmanagement des einstigen Big City Clubs ist – freundlich formuliert – provinziell. Nachdem diverse Hürden überwunden und diverse Diskussionen mit überforderten Ordnern geführt worden, betreten wir ca. eine Minute nach dem Anpfiff das Stadioninnere. Dort ist alles fein. Ca. 18.000 Kölner geben den Ton an, während das Spiel jedoch eher dahinplätschert. Der FC ist nach dem wilden und im Ergebnis kaum überzeugenden Saisonstart um Ordnung bemüht, Herthas Bemühungen wirken zahnlos und uninspiriert. Mitte der ersten Halbzeit reicht ein einfacher Pass in die Tiefe, um die Verteidigung der alten Dame auszuhebeln. Lemperle trifft zur nicht unverdienten Kölner Führung.
Bis zum Abpfiff der Partie passiert dann verhältnismäßig wenig. Die Hertha hat lediglich unmittelbar nach dem Wiederanpfiff eine kurze Phase, in der so etwas ähnliches wie Gefahr für den FC-Kasten entsteht. Danach muss der FC kaum noch zittern, verpasst es gleichwohl eine seiner Konterchancen zu nutzen und so frühzeitig eine Entscheidung herbeizuführen.
Am Ende steht ein dreckiger, aber nicht unverdienter Auswärtssieg! Die Feierei in der Kurve erscheint ob der bisherigen Saisonleistung ein wenig drüber, aber – hey: Dat es Kölle! Und dass man es sich gut gehen lässt, wenn man mit der Einwohnerzahl einer mittelgroßen Kreisstadt auswärts auftritt, erscheint wiederum absolut nachvollziehbar. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass der FC in dieser Spielzeit etwas mit dem Aufstieg zu tun haben wird, bei der Abreise aus dem Stadion fühle ich mich dennoch beseelt von einem gelungenen Abend.
Am Sonntag muss der angedachte Besuch des Heimspiels der Babelsberger gegen Dynamo Zwickau dann leider gekänzelt werden. Einen Kurzstopp gibt es auf Kinderwunsch noch bei der in Wittstock/Dosse gastierenden Duckomenta.






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