Zwischenfazit: Überfordert!

Ein Wochenende im Zeichen des Fußballs. Diesmal beschäftige ich mich mit zwei Regionalgrößen, die jüngst ihr natürliches Habitat verließen. Die Hoffnung auf Höhenflüge erfüllt sich aktuell insbesondere bei einem der beiden Clubs jedoch überhaupt gar nicht. Mein aktueller Eindruck: Überforderung!

Am Samstag geht es zunächst ins Landesinnere. Fahrradfahren im Segeberger Forst und Fußi in Todesfelde. Die Kicker von Jodas Gnaden dürfen sich dieser Saison in der Regionalliga versuchen und konnten in den vergangenen Wochen bereits namhafte Gegner zur Landpartie begrüßen. Am vorvergangenen Wochenende gastierte beispielsweise der Lieblingsverein von Toni Schumacher am Rand der Barker Heide, der SV Meppen. Auch der VfB Oldenburg musste schon nach Tofe. Gewonnen haben beide nicht aufm Dorf.
Heute – gegen die guten alten St.Pauli Amateure – gelten die Todesfelder zum allerersten Mal in einem Regionalligaspiel als favorisiert. Sie sind – das zeigt sich schnell – mit dieser Rolle maßlos überfordert, denn hier gewinnt tatsächlich heute nur einer: St. Pauli und sonst keiner. Die Kiezkickerreserve, die bisher wenig gerissen hat in der noch jungen Saison, beherrscht das Spiel von Anfang an, Deathfield fehlt der Zugriff. Der zwischenzeitliche Ausgleich Todesfeldes durch einen fulminanten Distanzschluss ändert nichts daran. Der 4:2-Auswärtssieg der St. Paulianer ist klar verdient. Highlight für den SVT wird am Saisonende eh die Fahrt zum Hallenmasters nach Kiel gewesen sein, der Klassenerhalt in der Regionalliga wäre trotz der jüngst nicht ganz schlechten Ergebnisse eher überraschend. Darauf ein Cola-Korn! Und: So sympathisch vieles in Todesfelde auch daherkommt, der ein oder andere VfB Lübeck-„Good Night Left Side“-Assi scheint dann da doch mal rumzuspringen. Igitt!
Dann doch lieber nach Kiel!
Denn direkt am Sonntag geht es weiter mit der ganz großen Fußballbühne, auf der sich die KSV Holstein neuerdings bewegt. Heute zu Gast am Westring: Die Frankfurter Eintracht, auf deren Erfolge der letzten Jahre ich als Kölner ein wenig neidisch bin. Warum klappt so etwas nicht in der Domstadt? Die Voraussetzungen sind so unähnlich ja gar nicht: Tradition, Großstadthintergrund, ein chronisch aufgeregtes Umfeld, eine riesige Fanbase mit stabiler Ultrakultur…
Als das Spiel am Holsteiner beginnt, quält sich der FC übrigens gerade zu einem 4:4 gegen Karlsruhe.
In Kiel sehe ich derweil ein Spiel, das der KSV Holstein zu denken geben dürfte. Oder ganz einfach: So wird das nix in der Bundesliga!
Frankfurt dominiert von Anfang an das Spiel. Klar, die individuelle Qualität der Eintracht ist eine andere als die der KSV, aber es ist schon frappierend, wie unterlegen die Kieler heute auch insgesamt sind und wie wenig sie Zugriff auf das Spiel haben. Die Frankfurter Führung nach 25 Minuten ist verdient, jedoch nicht von langer Dauer, da die Kieler dann einen schmeichelhaften Foulelfmeter zugesprochen können, den Machino verwandelt.
Es folgt die stärkste, weil präsenteste Phase der Kieler, in der das Ergebnis aber keine Veränderung erfährt.
In der zweiten Halbzeit ist die Überlegenheit der Gäste dann allzu deutlich und Marmoush zerlegt die KSV einfach mal in ihre Einzelteile. Am Ende steht eine 2:4-Niederlage gegen eine tatsächlich auch gute Frankfurter Mannschaft, deren Fans folglich den Gewinn der deutschen Meisterschaft besingen. Das z.B. erinnert auch an Köln…
Nach dem Spiel gibts noch ein Bier an der Straßenbahn. Ich glaub, ich komme im April 2025 wieder, wenn St. Pauli zu Gast am Westring ist…

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