Der zweiwöchige Familienurlaub in Schweden steht an und mit ihm die Suche nach dem einen ultimativen Kick in der Region Göteborg. Mit einigem Interesse verfolge ich also vorab, wie die international vertretenen schwedischen Vereine BK Häcken und IF Elfsborg performen und wer ihnen nach schließlich erfolgtem Weiterkommen zugelost wird. Und siehe da: It´s Heidenheim!
Der Göteborger Stadtteilverein und Heidenheimer Gegner BK Häcken ist bezogen auf seine Fanstärke höchstens die Nummer 3 der Stadt, jedoch seit einigen Jahren ihr erfolgreichster Verein. Keine Ahnung, was die da beim großen und einst erfolgsverwöhnten IFK verzapfen, aber es scheint so ein Trend zu sein: Abschmierende Großvereine… Und zugleich: Emporkömmlinge. Die Heidenheimisierung des Fußballs, die sich insbesondere auch in der deutschen Bundesliga beobachten lässt. Vereine, deren natürliches Habitat eigentlich die Zweit- oder Drittklassigkeit wäre, denen es aber gelingt, das durchaus ja vorhandene Geld vernünftiger und ohne die Last vergangener Erfolge einzusetzen als SchalkeHerthaKölnHSVNürnbergHannoverundundund. Insbesondere erwähnenswert: Heidenheim, denen ich anders als den Produkten aus Sinsheim und Leipzig ja sogar ein wenig Sympathie entgegenzubringen in der Lage bin. Auch wenn Heidenheim eigentlich kein Standort der höchsten Fußballspielklasse sein sollte, so muss doch respektiert werden, wie gut dort gearbeitet wird. Und mal angenommen, man wäre Heidenheimer: Wie geil muss das sein, jetzt nicht mehr in der Regionalliga gegen die Assis aus Aalen kicken zu müssen, sondern durch Europa zu tingeln? Ich erinnere mich noch vage an einen verschneiten Februartag im Jahr 2012, als ich den SV Babelsberg 03 zum Drittligakick auf die Ostalb begleitete… The Times They Are A-Changin´.
Heute jedenfalls zocken die Heidenheimer in der heimeligen Göteborger Bravida Arena. Ca. 300, 400 Fans begleiten sie und bemühen sich um durchgängigen Support. Die kleine Szene der Heimmannschaft ist nur unwesentlich besser bestückt, so dass das Spiel tifomäßig keine Offenbarung ist. Solide ist der Säcken-Support. Nicht mehr, nicht weniger. Die Gegentribüne, auf der wir heute unsere Plätze haben, ist derweil gut gefüllt. In unserer Nähe sitzen neben etlichen Schweden auch ein paar Heidenheimer Rentner, die sich im Laufe des Spiels bemühen, ihren erheblichen Mangel an Fußballsachverstand lautstark auszuagieren. Gut für sie, dass vermutlich nur wenige sie verstehen. Leider gehören wir dazu.
Das Spiel selbst hat mäßigen Unterhaltungswert. Die Heidenheimer sind hier nicht das bessere Team, agieren insgesamt sehr hüftsteif und statisch. Die gefährlicheren Aktionen kommen zunächst von den Göteborgern. In Führung gehen trotzdem die Deutschen – jedoch begünstigt durch einen absurden Abwehrfehler. Egal, Häcken macht weiter. Der Lohn ist der verdiente Ausgleich nur kurze Zeit später.
Zur Pause gibt’s Chips, eine labbrige Hot-Dog-Wurst im Brötchen, die es nicht in ein in Sachen Catering anspruchsvollere dänische Gefilde geschafft hat, und ein Light-Bier.
In der zweiten Halbzeit spielt weiterhin zunächst nur die Heimmannschaft Fußball, zeigt sich dabei aber bemerkenswert ineffektiv. Nach einer personellen und wohl auch taktischen Anpassung stabilisiert sich Heidenheim und erzielt tatsächlich noch den insgesamt nicht verdienten Treffer zum Auswärtssieg. Für die mittlerweile partiell nackten Ostschwaben im Fanblock zählt das Ergebnis.
Für uns geht der Urlaub im Anschluss für noch 10 Tage weiter. Eine Woche später treffen sich beide Teams dann zum Rückspiel in Heidenheim. Und auch dieses Spiel gewinnen die Emporkömmlinge aus BaWü. Die Europareise geht also weiter.
Und nun? Fotos!








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