Mein persönlicher Saisonstart

… findet dieses Jahr in Molfsee statt. Maximal unspektakulär, aber dennoch hier erwähnenswert, weil…

Seit zwei verfluchten Wochen beschäftigt mich eine weniger in Bezug auf ihre Intensität, wohl jedoch im Hinblick auf ihre Hartnäckigkeit bemerkenswerte Sommergrippe. Passiv-fußballerische Ambitionen mussten folglich genauso zurückstehen wie andere Dinge. Gedanken an Fußi-Ausflüge nach Hamburg oder gar ins Saarland zum FC-Auftritt in Elversberg wurden fix wieder verworfen. Stattdessen rolle ich heute mit dem Radel rentneresk ein paar gemütliche Kilometer durchs Eidertal, um mir das zweite Oberliga-Heimspiel der just aufgestiegenen Molfseer Sportvereinigung anzuschauen.

Der Molfseer Sportplatz ist von meinem Wohnort am Fuße des Fernsehturms nicht nur gut zu erreichen, mit ihm verbindet mich tatsächlich auch persönlich eine Geschichte. Hier absolvierte ich 1997 mein erstes Landesliga-Punktspiel. Mit 0:4 verlor mein TSV Plön zwar bei der SpVg Eidertal (wirklich nur mit einem „g“ geschrieben!), jedoch erhielt ich als einer von zwei Spielern meiner Mannschaft von der legendären NordSport eine positive Beurteilung. Viele Spiele im Herrenbereich kamen leider nicht hinzu. Bereits in der Folgewoche sollte es vorbei sein mit dem teilambitionierten Gekicke. Der Knöchelbruch im Heimspiel gegen Fortuna Stampe… ach, lassen wir das!

Heute wird in Molfsee (sogar noch ein wenig) hochklassiger gekickt. Das gilt im Prinzip – wenn auch nicht formell – sogar für mehrere Herrenmannschaften. In der Molfseer Zweiten, die gerade die Kreisliga auseinanderflext, kicken Ex-Profis wie Fin Bartels und Tim Siedschlag. Die erste Herrenmannschaft des Vereins hingegen ist just in die höchste Spielklasse des Landes aufgestiegen und hat mit dem ehemaligen Holstein-Fußballgott Patrick Herrmann einen – erneut muss ich dieses Wort benutzten! – ambitionierten Jungtrainer und leider wenig talentierten Hobbyschriftsteller engagiert. Stichwort: „Reingegrätscht“!

Heute erwarten die Randkieler die mitaufgestiegenen Randrendsburger vom TuS Rotenhof.
Vor knapp 400 Zuschauern – davon einige in den blauen Farben Rotenhofs! – gibt’s einen nicht immer hochklassigen, aber stets unterhaltsamen Kick zu sehen. Von Anfang an ist Feuer drin. Die Hausherren legen eigentlich ganz gut los, Rotenhof nutzt aber seine Chancen deutlich cooler und führt rasch mit 2:0. Da aber auch die Abwehr der Gäste nicht immer ganz auf der Höhe ist und der Schiri zudem eine Tätlichkeit des im Verlauf eindeutig besten Molfseers übersieht, gelingt es den Eidertalern zurückzuschlagen. Mit einem 2:2 geht es so in die Pause. Nach dem Wechsel ist das Tempo zunächst ein wenig raus, doch die nun deutlicher dominierenden Hausherren können mit einem recht einfachen Spielzug in Führung gehen. Mit Ablauf der Regelspielzeit gleichen die Gäste dann unvorhergesehen aus. Einige Momente und gelbe Karten später ist Schluss.
Ob Patrick Herrmann mit dem Unentschieden zufrieden ist, ist nicht übermittelt. Eigentlich wäre mehr drin gewesen. Es dürfte für beide Teams gleichwohl in erster Linie um den Klassenerhalt gehen.

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