Kilia – oha!

Die Saison biegt in die Zielgerade ein. Entscheidungen nahen. Hier und da wird es knapp, eng, spannend. Stichwort: Herzschlagfinale. Auf dem Kilia-Platz hingegen schleicht die Spielzeit emotionslos aus. Zu chancenlos waren und sind die Wellyou-Kicker von der Veloroute in Liga 4. Ging das Konzept, sich die scheinbar besten Nichtprofis der Region zusammenzukaufen, im höherklassigen Amateurfußball noch auf, so fiel das künstliche Gebilde, das sich in den vergangenen Jahren an den Traditionsverein koppelte, an der Schwelle zum Profitum chancenlos in sich zusammen. In der kommenden Saison darf sich der FC Kilia nun – das steht bereits jetzt schon fest – wieder in seinem natürlichen Habitat, dem Landesfußball, versuchen.

Heute ist nach einer insgesamt trostlosen Spielzeit noch einmal ein interessanter Gegner zu Gast im Kiliastadion, der zudem auch ein paar Unterstützer mit im Gepäck hat: Der ehemalige Zweitligaverein SV Meppen. Ca. 200 Supportwillige haben sich aus dem Emsland nach Kiel aufgemacht. Sie machen sich auf der Traditionstribüne breit. Nicht mit dabei ist ein guter alter Bekannter von mir, so dass ich es mir dann eben allein auf der Tribüne gemütlich mache. Bier, „Nacken“, Sonne – so geht Frühling!

Der Spielverlauf ist schnell erzählt. Meppen beginnt überlegen, aber selten zwingend. Das Spiel plätschert vor sich hin. Ab ca. Minute 30 zeigt sich dann in 3,4 Spielsituationen, warum Kilia in dieser Liga überfordert ist. Ein Torwartfehler hilft den Gästen zur Führung, das 2:0 fällt nach einem ganz simplen Spielzug, die Abwehr Kilias ist gänzlich abwesend. Das 3:0 ist eine Blaupause.
Zur Pause ist das Spiel mithin entschieden, ohne das die Meppener nun sehr viel dafür getan hätten. Nach den rhythmischen Klängen des 1990er Euro-Dance wird noch für eine Busfahrt der Kilia-„Fans“ zum kommenden Auswärtsspiel nach Flensburg geworben. Tickets könne man bei Achim im Sportheim erwerben. Ob der Nachfrage groß sein wird? Man zweifelt…

In der zweiten Halbzeit legen die Gäste noch zwei Treffer nach – auch diese fallen unter gütiger Mithilfe der überforderten Kilia-Abwehr. 5:0 gewinnen die Emsländer am Ende.


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