Das Ende einer Saison ist ja häufig ihr spannendster Teil. Wenn es knapp wird, um Auf- oder Abstieg geht, dann ist mitunter Drama-Zeit. Die Vorzeichen beim heutigen Spiel der Kilianer gegen den OSC Bremerhaven sind klar: Wer gewinnt, steigt in die Regionalliga auf. Der Verlierer bzw. bei einem Remis beide muss bzw. müssen auf das richtige Ergebnis des finalen Gruppenspiels Kilias in Eimsbüttel hoffen. Diese Konstellation sorgt für Aufmerksamkeit, die heute darin mündet, dass der von einer großen Fitnesskette supportete kleine Traditionsklub an der Veloroute locker zehnmal so viele Zuschauer begrüßt als üblicherweise. Vorm Spiel landet ein Fallschirmspringer auf dem Kunstrasenplatz und präsentiert die neue Flagge des Vereins. Ferner wird eine (hirnerweichende) neue Hymne vorgestellt. Kurzum: Man dreht am ganz großen Rad. Und auch die Spieler der leicht favorisierten Heimelf haben sich etwas vorgenommen, beginnen stürmisch und haben bereits nach wenigen Minuten das Glück, einen wenigstens diskutablen Elfmeter zugesprochen zu bekommen. Diese Chance wird genutzt, so dass alles nach Plan zu laufen scheint. Sukzessive entgleitet den Hausherren in der Folge dann jedoch die Spielkontrolle. Der Ausgleich der Bremerhavener ist die logische Folge, das Remis zur Pause leistungsgerecht. Im zweiten Durchgang setzt dann erneut der FC Kilia die ersten Akzente, wird aber aus dem Nichts kalt erwischt. Der sehr präsente Mittelstürmer der Gäste nutzt die Schläfrigkeit der Heimabwehr eiskalt aus und nickt zur Führung ein. In der folgenden halben Stunde, bemühen sich die Kilianer, wirken aber kopf- und ideenlos und sind kaum in der Lage, wirkliche Gefahr für das Gästetor zu entwickeln. Der OSC Bremerhaven verwaltet, verlangsamt, verengt. Es ist nicht schön anzusehen, und die ratlosen Kilianer tun mir fast ein wenig leid. Der Gamechanger ist dann eine gelb-rote Karte für einen Gästekicker ca. 8 Minuten vor dem regulären Spielende. Ein Ruck geht durch die Kilia-Mannschaft und durch das zuvor eher träge vor sich hin murmelnde Publikum. In der 89.Minute gelingt der Ausgleich, der eine wahre Eruption zur Folge hat. Geht hier noch mehr? Kurze Antwort: Ja. In der 93.Minute fällt nach einem Eckball tatsächlich noch der umjubelte Siegtreffer. Alles Gute zum Aufstieg! Auch wenn Kilia nie mein Herzensverein werden wird, so freue ich mich nun doch auf den ein oder anderen interessanten Regionalligakick an der Veloroute.





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