Einige Tage Böhmische Schweiz und im Anschluss noch ein Aufenthalt im sowohl total wunderhübschen, als auch leider vom Overtourism und sächsischen Junggesellenabschieden gekennzeichneten Prag. Prag? Da darf ein Kick nicht fehlen. Wie es der Fußballgott so will, ist für das Wochenende unseres Aufenthalts in der Moldaumetropole auch der letzte Spieltag der tschechischen Fußballliga angesetzt. Und: Alle drei Prager Erstligisten spielen daheim. Die Qual der Wahl also! Bei Sparta steht eine Meisterfeier an, für Slavia geht es um nichts mehr. Die Bohemians jedoch, die eh der mit großem Abstand sympathischste der genannten Vereine sind, spielen noch um den Einzug in den Europapokal. Das allgegenwärtige Känguru, eine Fanszene, die tendenziell emanzipiert daherkommt bzw. im Gegensatz zu den Lokalrivalen keine Faschoidioten beheimatet, ein netter Ground – klar, dass mein Ausflug mich heute ins Dolicek führt. Während das Drumherum mich flasht und das Krusovice mundet, bleibt der sportliche Teil des Ausflugs trist. Das Spiel gegen die Mannschaft von Sigma Olomouc, die von handgezählten 15 Fans begleitet wird, ist außerordentlich öde. Zwischendurch verfolge ich auf dem Handy die Bundesliga. Während der BVB die Meisterschaft vertändelt, passiert bei den Bohemians…nichts. Torraumsituationen gibt es im Dolicek kaum zu bestaunen, ein Sommerkick im allerschlechtesten Sinne. Da parallel der Nachbar Slavia sein Spiel gegen den FC-Europapokalgegner Slovacko deutlich gestaltet, ist jedoch frühzeitig klar, dass es für die Bohemians an diesem Tag für die erste Euro-Quali seit Ewigkeiten reichen wird. Die Stimmung ist folglich ausgelassen. Dass die Gäste dann wenige Minuten vor dem Ende mit ihrer beinahe einzigen gefährlichen Offensivaktion tatsächlich ein Tor erzielen, ist dabei unerheblich. Mit dem Schlusspfiff erfolgen Platzsturm, Pyro, Party, Pivo & Co. Es wird gefeiert. Das Känguru tanzt. Und nun fühle ich mich tatsächlich bestens unterhalten!








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