Auch wenn das Frühlingswetter zu einer Landpartie einlädt und so manch interessanter Kick aus der Ferne meine Aufmerksamkeit hervorzurufen in der Lage wäre, so bleibe ich heute doch in der Landeshauptstadt. Und wo das schon mal so ist, kann ich mir doch auch das Kieler Oberligaderby im Kilia-Stadion geben, wo heute der FC „Wellyou“ Kilia Kiel die Gaardener Jungs von Inter Türkspor fordert. Fun fact: Bevor der Chef der genannten Fitnesskette beim Traditionsverein auf dem Westufer einstieg, war Türkspor der unterstütze Verein des Mäzens. Dass es dem Club gelang, sich neu aufzustellen und trotzdem in der Oberliga zu etablieren, ist aller Ehren wert und liegt auch an der breiten Unterstützung, die der Club insbesondere innerhalb der türkischstämmigen Community genießt. Auch beim heutigen Kick hält es die Mehrzahl der über 400 Zuschauer mit den Gästen, die gleichwohl als klarer Außenseiter ins Spiel gehen. Der FC Kilia hingegen wird von vier (!) lautstarken Fans unterstützt, die jeder eine Fahne schwenken und zudem noch ein Megaphon am Start haben. Das Spiel beginn derweil eher ein wenig träge, der Favorit, der jüngst seinen Willen zum Ausdruck brachte, auch den nächsten Aufstieg vollenden und im Anschluss die Regionalliga aufmischen zu wollen, ist überlegen, aber selten zwingend. Mit dem ersten vernünftigen Konter gelingt den Gästen dann gar urplötzlich die Führung, die dann aber kurze Zeit später wieder hergegeben wird. Die plumpe Zweikampfführung eines Abwehrspielers hat einen Elfmeter hat den Ausgleichstreffer zur Folge. War dieser unstrittig, so ist ein zweiter Elfmeter, den die Kilianer kurz vor der Pause zugesprochen bekommen, eine Fehlentscheidung. Genutzt wird diese Chance natürlich schon, so dass es zur Halbzeit 2:1 steht.
In der zweiten Halbzeit versuchen die Gäste Druck auszuüben, was ihnen partiell auch gelingt, aber schließlich auch zur Folge hat, dass sie selbst in einen Konter geraten: 3:1 für Kilia. Die letzten Minuten haben es dann in sich. Ein Hin und Her, an dessen Ende es 4:3 steht. Keine Frage: Die aufopferungsvoll kämpfenden Gaardener hätten hier ein Remis verdient gehabt. Und Kilia? Ach, ich weiß nicht. Einerseits, aber andererseits… Mal schauen, ob es für die Regionalliga reicht!





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