Neulich lief mir beim Blick in das lokale Kieler Senfblatt ein Bericht über die Futsal-Recken des PTSK über den Weg. Diese würden in der zweitklassigen Futsal-Regionalliga ganz oben stehen und sich Chancen auf den Aufstieg in die Bundesliga ausmalen. „Das schreit nach einem Besuch!“, dachte ich mir so und glich den PTSK-Spielplan mit meinem persönlichen Terminplaner ab. Samstag, 05.02.2023 Kiel versus Hannover 96: Check! Ergänzt werden sollte der Ausflug gerne mit weiteren Sporteventen. Und siehe da: Auch für die ewigen Vorstadthandballer vom TSV Altenholz war ein Heimspiel gegen Hannoveraner angesetzt. Ein „Nix ist doofer als Hannover“-Mottoausflug also. Sehr gut! Tatsächlich sind Hannover-Witze ja mittlerweile einigermaßen abgegriffen. Zumal man ja nicht mit Steinen werfen sollte, wenn man aus dem Kieler Glashaus kommt. Aber: Lage, Lage, Lage! Und da ist die Perle vom Maschsee bei aller Wertschätzung mit ihrem platten Rübenackerumland einfach mal im deutlichen Nachteil gegenüber unserem Drecksnest mit seinem Meeresanschluss, dem insbesondere ja auch der Stadtteil Friedrichsort, in dem die Kieler Futsal-Kicker ihre Heimspiele austragen, ein Stück Lebensqualität verdankt.
Aber bevor es mich an diesem milden Wochenendtag gen Kieler Norden verschlägt, verlasse ich unsere Landeshauptstadt zunächst nach Süden. Denn das dritte Sportevent habe ich heute persönlich zu bieten: Eine kleine Tour de Kieler Umland auf dem Gravel Bike. An der Eider entlang geht es nach Mielkendorf, von dort aus gen Schönwohld und durchs Fegefeuer nach Quarnbek. Mit der Landwehr-Fähre überquere ich den Kanal, bevor mich mein Weg dann mit dem Blick auf einen wunderschönen Sonnenuntergang über Schinkel, Warleberg, Neu- und Altwittenbek zum Gut Knoop und von dort aus nach Altenholz führt, so dass ich nach knapp 40 Kilometern ca. fünf Minuten vor der geplanten Anwurfzeit die Stifter Sporthalle erreiche. Die Halle ist bei diesem Mittelfeldduell mit ca. 400 Zuschauern angemessen gefüllt. Aus einer kleinen Supportecke werden die Altenholzer Wölfe aktiv mit Gesängen unterstützt, ansonsten treffe ich das übliche Handball-Klatschpublikum an. Der Hallensprecher senkt mit Verkündung der Teamaufstellungen die Erwartungen. Diverse junge Talente mit Zweitspielrecht seien heute nicht dabei, da sie den großen Nachbarn und Kooperationspartner THW Kiel bei der A-Jugend-Meisterschaft unterstützen würden. Im Ergebnis stünde heute nur ein Wechselspieler zur Verfügung. Auch der etatmäßige Trainer sei bei diesem Event unabkömmlich, so dass heute Ersatztrainer, u.a. die THW-Legende Pitti Petersen die Altenholzer Mannschaft coachen würden. Entsprechend unsortiert wirkt der Start. Die Gäste aus Hannover, die keine Anhänger mitgebracht haben, ziehen recht rasch mit sechs Toren davon, bevor dann jedoch die Heimmannschaft den Turnaround schafft. Mit dem Halbzeitpfiff gelingt der Ausgleich zum 16:16.
Da ja eigentlich das Interesse am Futsal Antrieb für meine kleine Fahrradtour gewesen ist, verlasse ich zur Pause die Halle und schwinge mich erneut aufs Fahrrad, um nicht den Anstoß des Futsal-Spiels in der etwa fünf Kilometer entfernten Friedrichsorter Lokalität zu verpassen. Tatsächlich bin ich pünktlich da. Kein Eintritt, gut 80 Besucher, die ganz überwiegend aus dem Freundes- und Freundesfreundeskreis einzelner Akteure sowie dem PTSK-Vereinsumfeld zu entstammen scheinen. Das Publikum wirkt eher jung und urban, zum Teil gar hipsteresk. Ein paar Getränke stehen zum Verkauf, die Kasse des Vertrauens scheint sympathischerweise zu funktionieren.
Doch zum Spiel: Futsal ist tatsächlich eine komplett eigene Sportart. Das hier heute hat nichts zu tun mit den zum Teil unterirdisch-uninspirierten Futsal-Versuchen gemeiner B-Klassen-Fußballer bei den regulären Kieler Hallenkreismeisterschaften vor zwei Wochen, denen ich zwischen Samstags-Einkäufen eine knappe Stunde Aufmerksamkeit schenkte und die hier keine weitere Erwähnung finden sollen. An diesem Tag in Friedrichsort läuft der Ball deutlich flüssiger. Alle Akteure haben verinnerlicht, was beim Futsal Erfolg verspricht. Die Pässe sind überwiegend genau, scharf und vor allem flach. Hier und da sind eingespielte Spielzüge zu bestaunen, wildes Gebolze hingegen kaum. Die Gäste laufen in den Trikots ihrer eigenen Fußball-Mannschaft auf und haben zwei, drei feine Kicker in ihren Reihen, die Kieler funktionieren insbesondere im Zusammenspiel. Die 2:0-Pausenführung resultiert aus zwei wunderbaren Spielzügen. Nach dem Wiederanpfiff erhöht der PTSK auf 3:0, so dass das Spiel entschieden scheint. Die 96er halten jetzt aber gut dagegen, können verkürzen, so dass es zum Ende hin noch eine Zitterpartie wird, die erst mit einem Tor in der letzten Minute entschieden wird. Kiel bleibt also im Aufstiegsrennen!
Ich fühlte mich recht ordentlich unterhalten und radle im Anschluss durch den Kieler Abend zurück nach Hassee.







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